Der aus Segni bei Rom stammende Vitalianus wurde nach dem Tod von Papst Eugen I. (10. August 654 bis 2. Juni 657; Heiliger) zu dessen Nachfolger gewählt und bestieg am 30. Juli 657 den »Stuhl Petri«. Er entsandte sofort einen Boten nach Konstantinopel, um Kaiser Konstans II. (641–68) von seiner Wahl und Weihe zum Bischof von Rom in Kenntnis zu setzen. Obwohl er wie seine Vorgänger ein Gegner des Monotheletismus (Lehre von einem Willen Christi gegen die Ansicht, dass in Christus göttlicher und menschlicher Wille sei) war, stellte er diese Frage in den Hintergrund. So gelang es ihm, die seit langem schwer gestörten Beziehungen zum Kaiser, einem Anhänger dieser Lehre, zumindest vorübergehend wieder zu verbessern. 663 stattete Konstans II. dem Papst einen Besuch ab und wurde von Vitalianus mit allen Ehren empfangen. Seine politischen Pläne für den Westen des Reiches musste der Kaiser jedoch angesichts der Macht der Langobarden aufgeben. Diese hielten seit langem ganz Oberitalien und weite Teile Mittelitaliens besetzt, waren vom Arianismus zum Katholizismus konvertiert und hatten sich der römischen Lebensweise angepasst.
Papst Vitalianus starb am 27. Januar 672 in Rom und hatte Adeodatus II. zum Nachfolger (bis Juni 676).
Darstellung: in päpstlichen Gewändern
Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

Quelle: Herder-Verlag

